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5 effektive Methoden, weniger zu tun und doch mehr zu schaffen (Achtung: Könnte dein Denken verändern)

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Es ist mal wieder soweit.

Die Uhr zeigt 03:17 Uhr. Ich liege wach.

Mir schwirren 1000 Gedanken durch den Kopf. Das Jahr ist im vollen Gange, und ich habe nicht einmal einen Bruchteil der Sachen geschafft, die ich mir vorgenommen hatte. Ich wollte mit Akquise anfangen, meine Webseite auf Vordermann bringen, meine Finanzen sortieren, mich gesünder ernähren, mehr Sport treiben und endlich wieder Freunde treffen.

Ich arbeite von morgens bis abends. Und wenn ich 5 Sachen von meiner Liste gestrichen habe, kommen 7 neue dazu. Ich strample mich ab und schaffe gefühlt gar nichts.

Am Ende des Monats ist zu viel Arbeit übrig – und zu wenig Geld da. Warum kann das nicht andersherum sein?

Kommt dir das bekannt vor?

Ich kenne das frustrierende Gefühl. Es war höchste Zeit umzudenken. Ich habe Mann, Kind, Hund, Haushalt, Laden und einen Blog. Du wirst ähnlich viel vor der Brust haben.Ich hatte gar keine Zeit mehr für einen 8-Stunden-Arbeitstag! Wollte aber am Ende des Tages genauso viel erledigt haben und zusätzlich Zeit für mich, für meine Familie und Freunde. Was tun? Ich reduzierte meine Arbeitszeit auf 4 Stunden und war überrascht, dass ich in der Hälfte der Zeit effektiver arbeitete und zufriedener war. Ich konnte also in 8 Stunden doppelt so viel Geld verdienen! Wie ich das schaffte, möchte ich mit dir teilen.

 

 

5 Wege, weniger zu tun und mehr zu schaffen

Mehr schaffen mit weniger. Das klingt erst einmal paradox.

Wenn du aber weißt, wo du ansetzen musst, wird es klarer.

Stell dir bitte einen Läufer bei einem Wettrennen vor.

Er läuft los.
Und läuft.
Das Ziel ist nicht in Sicht.
Er läuft schneller.
Er rennt.
Und kommt nicht an.

Wie kann das sein? Er ist doch losgelaufen?

Ja, schon. Aber einem Läufer nützt es nichts, schneller zu rennen, wenn er in die falsche Richtung läuft.

Genauso ist es, wenn du lang und hart arbeitest. Wenn dir das richtige Konzept fehlt, läufst du in die falsche Richtung. Dein Tempo zu erhöhen, bewirkt außerdem Stress, aber keine Verbesserung. Es ist unbedingt notwendig, die Richtung zu korrigieren und herauszufinden, woran es liegt, dass du zu viel tust und zu wenig dabei herauskommt.

Was kannst du tun, um in kürzester Zeit ins Ziel zu kommen?

 

1) Chefsache

Schon vor Eintritt ins Arbeitsleben wird uns weisgemacht, dass wir keine Zeit haben.

12 statt 13 Jahre Schule, Ausbildungsjahre abkürzen und Bachelor in Regelstudienzeit.

Die Botschaft ist klar: Zeit ist Geld.

„Mache 10 Praktika, sonst sind die Mitbewerber besser als du!”

„Kaufe bis 23:59 Uhr, sonst ist das Angebot weg!”

„Versichere dein Leben heute, sonst hast du morgen nichts!”

Wir dürfen nichts verpassen und sollen uns beeilen. Der Wettbewerb treibt uns voran. Und wenn wir schneller sind als andere, machen wir alles richtig.

Anderenfalls droht uns Strafe: Weniger Lohn. Weniger Rente. Altersarmut. Davor haben wir Angst!

Das Problem ist, dass ängstliche Menschen unter Zeitdruck nur abliefern. Ihre Arbeitsergebnisse sind schlecht. Es fehlt ihnen die Motivation, Leidenschaft und Menschlichkeit. In einer Festanstellung mag das nicht auffallen. Aber in deiner Selbstständigkeit?

Wir führen Kalender, in denen wir Pflichten und Termine ordnen, um mehr zu schaffen. Verabredungen mit Freunden sagen wir lieber ab, anstatt unsere To-Do-Liste zu vernachlässigen. „Ich schaff’s heute echt nicht!“ Morgen und Übermorgen leider auch nicht.

Das kann ein ganzes Leben lang so weitergehen. Es sei denn, du fragst dich einmal, wer wirklich Chef über deine Zeit ist.

Fakt ist, wir sind nicht mit To-Do-Listen und Timelines auf die Welt gekommen. Wir haben nicht mit Stolz abgehakt, dass wir eine Bude gebaut, 5 Kaulquappen gefangen und den rechten Gummistiefel der Schwester vergraben haben. Wir hatten einen richtig tollen Tag und schliefen zufrieden ein. So war das damals, und es hat sich nichts geändert. Nur wir.

Ich erzähle dir eine erstaunliche Geschichte, die dir die Augen öffnen wird.

Ein Mann wollte malen. Er setzte sich das Ziel, innerhalb von 10 Jahren ein annehmbares Kunstwerk zu erschaffen, dass er vorzeigen konnte. Das war für ihn ein machbarer Zeitraum, in dem er üben und sein Ziel erreichen wollte. Er nahm sich Zeit, obwohl er bereits über 70 Jahre alt war. Er ignorierte diese Tatsache und fing an zu malen.

10 Jahre! Würde er überhaupt Zeit haben, sich zu verbessern? Die nächsten Jahre noch erleben?

Das war für den Mann gar nicht entscheidend. Wichtig war nur sein Ziel, das er ohne Versagensangst und Zeitdruck erreichen wollte.

Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen: Uns unterscheidet gar nichts von einem 70 Jahre alten Mann. Unser Leben ist endlich.

Wäre es dann nicht großartig, bereits mit 30 oder 40 zu verinnerlichen, was der Mann mit 70 Jahren gelernt hatte? Du könntest dir die Freiheit nehmen, über deine Zeit zu bestimmen. Aus Spaß Pausen machen. Weiter arbeiten, wenn es dir sinnvoll erscheint.

Wie fühlt sich diese Vorstellung an?

Faul. Und das wollen wir nicht sein!

Ich weiß, das eigene Zeitmanagement zu durchbrechen und weniger zu arbeiten, entspricht nicht unserem Leistungsdenken. Es erfordert Mut.

Warum sollen wir vom Karussell abspringen, wenn alle weiterfahren? Weil wenn wir es nicht tun, verlieren wir den nötigen Abstand, um etwas Wichtiges zu erkennen: Nicht alles ist fortschrittlich, nur weil es sich bewegt. Ein Karussell dreht sich im Kreis. Wir sehen beschäftigt aus, erreichen aber nichts. Wir machen uns und anderen lieber etwas vor, als etwas zu ändern.

Das ist Abstrampeln ohne Ergebnis.

Wenn du produktiver werden willst, dann nimm dir deine To-Do-Listen vor. Wage das Experiment und kürze sie auf 1-3 Punkte. Die Nr. 1 hat Priorität. Sie ist die eine Sache – die wichtigste. Sie ist der Punkt auf der Liste, der deine Arbeit und dein Leben entscheidend voranbringt.

Punkt 2 und 3 dürfen dringende Dinge sein, die du nebenher erledigst: Wäschewaschen für saubere Unterhosen (notwendig) oder zum Zahnarzt gehen (terminiert).

Wenn du die wichtigste Sache erfüllt hast, mach Feierabend! Auch, wenn es erst 11 Uhr vormittags ist.

Das Gefühl danach wird erst einmal seltsam sein, weil du nicht daran gewöhnt bist, Zeit zu haben. Gewöhne dich daran! Wenn du regelmäßig nur das Wichtigste erledigst, wirst du dich nicht mehr gehetzt und überfordert fühlen. Du wirst endlich etwas schaffen! Und Produktivität ist das Gegenteil von Faulheit.

Überlege dir abends genau, was am nächsten Tag das Wichtigste ist. Lass dich dabei nicht von den üblichen Zeitfressern ablenken: E-Mails checken, Facebook schauen, Kühlschrank öffnen, Sachen hin- und her räumen. Schließe die eine Aufgabe konzentriert ab. Du wirst sehen, wie viel mehr Zeit du für Schönes hast: Freunde treffen, mit der Familie zu Abend essen, Sport, Hobbys.

Ich verspreche dir, dass du ohne Angst und Zeitdruck um ein Vielfaches kreativer wirst. Und deine Sichtweise auf die wichtigen Dinge im Leben veränderst.

 

2) Dein Du

„Du bist doch Designerin, mach doch mal Webseiten!“
„Ja, okay.“

„Du bist doch Bloggerin, dann könntest du doch ein Buch übers Bloggen schreiben!“
„Ja, gut.“

„Du hast doch einen Hundeladen. Warum bietest du nicht die neuen, extralangen Leinen an?“
„Ja, mach ich.“

Ja. Ich passe ins Weltbild eines anderen.

Er beurteilt mich anhand der Informationen, die er hat. Geprägt durch seine Maßstäbe entsteht ein Bild von mir. Schublade auf, Schublade zu. So läuft’s.

Schwierig wird es, wenn ich alles erfülle, was von mir erwartet wird. Ich werde zu einem Ja-Sager, von dem kein „Nein“ mehr akzeptiert wird.

Wie häufig sagen wir einfach Ja und hinterfragen es nicht.

Du würdest doch auch nicht mit einem Gemischtwarenladen auf eine Technikmesse gehen, nur weil jemand sagt: Du hast doch Batterien im Angebot, passt!

Du würdest dich lächerlich machen, weil du nicht nein sagen konntest.

Das mag absurd klingen, ist aber Realität aller Ja-Sager. Wenn du nicht exakt weißt, für wen und was du selbstständig bist, werden andere für dich entscheiden.

Die traurige Wahrheit ist: Wenn du es allen recht machst, geht einer leer aus: Du.

Der Mann aus der Geschichte musste sich von anderen anhören: Du bist verrückt! Warum machst du dir in deinem Alter die Mühe zu malen. Das ist sinnlos. Seine Antwort darauf war überraschend: Ja, stimmt. Ich bin ein Trottel. Ich will malen und glaube daran. Wie sich ein Rentner richtig verhält, weiß ich nicht. Es ist mir gleich. Ich werde Künstler.

Der Mann wehrte sich, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Er hatte seinen Standpunkt klar und hielt seinen Fokus.

Es allen recht zu machen ist enorm viel Arbeit für ein mickriges Ergebnis, das nicht das ist, was du willst. Du bekommst keine Kunden, indem du versuchst, alle anzusprechen. Mach weniger! Sprich die richtigen Kunden an.

Formuliere in einem Satz, was du anbietest und wer deine Kunden sind. Wenn du das ein Mal gemacht hast, triffst du alle Entscheidungen garantiert richtig: Mit einem klaren Ja oder Nein. Das ist effektives Arbeiten!

Natürlich wird man dich für deine Einstellung kritisieren. Den Neid anderer verdient man sich. Ihr Lob bringt dir keinen Cent mehr in die Kasse, sondern nur deine richtigen Entscheidungen.

Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg: Es allen recht machen zu wollen. – Plato

Wenn du von allen gemocht werden willst, ist der richtige Ort der Streichelzoo. Aber dann überlege dir auch, auf welcher Seite des Zaunes du stehst.

Wir bewundern Menschen für ihre Ecken und Kanten. Ob wir sie toll oder abstoßend finden, egal: Sie haben unsere Aufmerksamkeit.

Karl Lagerfeld schwingt Pferdeschwanz und Fächer nicht, weil er nur ein Designer ist. Er ist DER Modezar.

Sascha Lobo färbt seinen Irokesenschnitt nur deshalb rot, weil er ein Zeichen setzen will. Er ist DER Internet-Rebell.

Wenn du zu 100 % hinter deinem Business stehst, arbeitest du effizienter und leidenschaftlicher. Und das wird jeder merken und nicht daran zweifeln.

Beweise deine Ecken und Kanten. Hinterlasse Eindruck. Sei unvergesslich.

 

3) Es reicht

Ich lief vor ein paar Tagen an einem Starbucks vorbei. Diese Läden bestehen deswegen aus Fensterfront, damit wir sehen, wer alles einen Laptop oder Tablet besitzt. Alle arbeiten, dass die Kasse nur so klingelt. (Aber nur die von Starbucks.)

Keine Frage, mobile Arbeitsgeräte gehören zu unserem Leben wie Butter aufs Brot. Aber brauchen wir sie deswegen auch?

Bei einem interessanten Workshop konnte ich nur mit Laptop teilnehmen. Ich zögerte, kaufte aber keins. Statt zum Workshop zu gehen, las ich ein Buch zum Thema. Ich hatte mir die Informationen anders beschafft, doch trotzdem wurmte es mich.

Ich hatte gezögert. Weil ich dazugehören wollte. Einen Augenblick lang hatte ich in meinem Verzicht einen Mangel gesehen. Und das tat doppelt weh.

Woran mangelte es mir genau?

Schau dich in diesem Moment einmal um. Wie viele Dinge umgeben dich unmittelbar? Fehlt dir etwas?

Es ist eine Tatsache, dass wir 90 % unseres Besitzes nie nutzen.

Verzicht jedoch bereitet uns Schmerzen, als habe man uns bestohlen.

Der Mann aus der Geschichte hatte den Wunsch zu malen. Teure Malsachen oder Grafikprogramme konnte er sich nicht leisten. Mit Farbe zu hantieren fand er unpraktisch. Bei seinen ehemaligen Kollegen hatte er ein Computer-Programm gesehen, das Diagramme mit Farbverläufen erstellen konnte. Das interessierte ihn. Dasselbe Programm hatte er zufällig zu Hause auf seinem PC: Es hieß Microsoft Excel, und er begann damit zu malen.

Ja, du hast richtig gelesen. Der Mann begann mit einem Tabellenkalkulationsprogramm zu malen.

Er musste nichts Neues kaufen. Er investierte keine Zeit in aufwendiges Lernen. Er nutzte einfach das, was ihm zur Verfügung stand.

Der Mann verzichtete auf seinen Stolz und konzentrierte sich aufs Wesentliche – das Malen. Dass er sich etwas nicht leisten konnte, hielt ihn nicht auf.

Ein Laptop oder Tablet für die Arbeit anzuschaffen ist eine gute Sache, wenn du dir das leisten kannst. Du kannst dich mit vielen, schönen Dingen umgeben. Nur eins ist sicher: Die Dinge besitzen dich, nicht umgekehrt. Du trägst Verantwortung für sie: Ihre Anschaffung, Pflege und Reparatur.

Sie fordern dein Geld und deine Zeit, die du brauchst, um zu wachsen. Um mehr zu erreichen. Und letztlich: Um wieder Geld zu verdienen.

Du nutzt nur 10 % deines Eigentums. Der Rest macht dich nicht glücklicher, nicht besser und nicht produktiver. Und sollte das Gras auf der anderen Seite des Zauns tatsächlich grüner sein, dann hast du die falsche Brille auf.

Im Falle des Mannes war der Verzicht ein Segen: Er machte aus einem Mangel einen Vorteil. Er war der erste, der auf die Idee kam, ein Tabellenkalkulationsprogramm kreativ zu nutzen. Eine innovative Meisterleistung!

Merkst du was? Es kann etwas viel Größeres entstehen, wenn du dankbar das nutzt, was dir zur Verfügung steht.

Das Wettrüsten mit Konsumgütern verschwindet nicht. Aber du musst dich nicht davon beeindrucken lassen. Glänze lieber mit deiner Kreativität!

PS: Aber ein bisschen langweilig wäre es schon, nur das Nötigste zu besitzen. Meine neue Kaffeemühle z. B. hebt meine Kaffeeleidenschaft auf eine ganz neue Stufe. Der betörende Duft frisch gemahlener Kaffeebohnen inspiriert mich beim Schreiben.

Auf was kannst du auf keinen Fall verzichten? Wenn du Lust hast, lass es mich wissen.

 

4) Einer muss gehen

Unter uns gibt es einen Wolf im Schafspelz. Er zerfleischt alle Ideen und killt jeden Anfang.

Autsch. Mäh.

Motivation fort.

Kreativität tot.

Sieger ist der Perfektionismus.

Wenn du für alles einen Plan brauchst und dich schwer entscheiden kannst, bist du entweder Perfektionist oder perfektionistisch veranlagt.

Eine erfolgreiche Selbstständigkeit ist für Perfektionisten schwerer, weil eine flexible Organisation und schnelle Entscheidungen unerlässlich sind. Aber lass den Kopf nicht hängen. Ich verrate dir ein Geheimnis.

Perfektionismus ist heilbar. Ich hatte ihn und bin schon über 15 Jahre selbstständig. Ich bin ihn los geworden (und nutze sogar kleine Reste.)

Der Mann aus der Geschichte hatte gelernt, wie man mit Excel dekorative Farbverläufe anlegt. Nun wollte er sie in Form bringen. Er fing an. Nahm einfache Formen. Probierte. Verbesserte. Bald hatte er simple Blumen koloriert. Nach und nach wurden die Formen komplexer, die Farbverläufe raffinierter. Was vorher grob wirkte, war detaillierter geworden. Erst setzte er ein paar und dann immer mehr Teile zusammen. Seine Bilder wuchsen. Die Details überlagerten sich, und es entstanden erstaunliche Landschaften. Seine Bilder zeigten eine Entwicklung.

Was unterschied den Mann von einem Perfektionisten?

Er handelte wie ein kreativer Mensch:

  • Ein kreativer Mensch macht Fehler, um sich zu verbessern. ≠ Ein Perfektionist hat Angst vor Fehlern. Er kann sich nicht weiter entwickeln.
  • Ein kreativer Mensch liebt Details, um eine Entwicklung zu sehen. ≠ Ein Perfektionist ist detailverliebt. Er bleibt im Prozess stecken.
  • Ein kreativer Mensch fängt an, um voran zu kommen. ≠ Ein Perfektionist wartet auf den richtigen Moment. Er fängt erst gar nicht an.

Das Prinzip wird klar: Der kreative Mensch ist in Bewegung. Der Perfektionist steht still. Wer möchtest du sein?

Perfektionisten tun nichts, was außerhalb ihres Vorstellungsvermögens liegt. Kreative Menschen suchen unvorhersehbare Erlebnisse, die sie inspirieren.

Kein Autor dieser Welt schreibt einfach so Bestseller. Die entstehen durch endlose Korrekturschleifen. Blut. Schweiß. Tränen. Und viel Leidenschaft.

Kein Designer fertigt auf Anhieb einen bequemen Stuhl. Die anfallenden Probleme führen ihn zum Ergebnis. Hobeln, Schleifen, Feilen. Harte Arbeit.

Perfektion ist der größte Makel – wer alles ist, kann nichts mehr werden. – Maik Alwin

Als ich mal wieder perfekt sein wollte, fragte man mich: Bist du eine Maschine oder etwa Gott? Da wurde mir endlich klar, dass ich gerne ein Mensch bin. Nicht perfekt. Nicht zu wenig. Sondern genug.

Trotz vieler Jahre Übung gelingt es mir nicht immer locker zu lassen. Wenn dir das auch passiert, dann kombiniere den Perfektionisten mit dem Kreativen in dir: Der Perfektionist sieht das bestmögliche Ergebnis. Und der Kreative entscheidet, wie weit er es treiben will, um es zu erreichen.

Das ist Kreativität, Baby!

Wenn du mir nicht glaubst: Gib mal etwas raus, das in deinen Augen nicht fertig ist. Du wirst staunen, wie viele es gut finden. Nutze die ersparte Zeit zum Ins-Fäustchen-lachen!

 

5) Vergiß die Blender

Ich überlege seit Stunden, wie ich endlich reich werde. Dafür muss es doch eine Lösung geben. Andere schaffen das doch auch. Aber mir will nichts einfallen. Völlig fertig schlafe ich ein. Eine halbe Stunde später klingelt der Wecker. Ich muss aufstehen.

Uff.

Wir träumen den Traum Millionen anderer Menschen: Wie erreiche ich Wohlstand, Glück und Erfolg.

Das Problem ist nur: Träume sind keine Ziele. Sie sind Fantasie. Nicht greifbar, sondern abstrakt.

Träume verselbstständigen sich gerne in unserem Kopf, bis wir sie nur noch schwer von der Realität unterscheiden können. Wir lassen uns verleiten, Traum mit Leben zu verwechseln.

Abstrakte Sehnsüchte treiben untalentierte Menschen zu Castingshows und Kreative in die Festanstellung. Beides sehr schlimm.

Der Mann aus der Geschichte malte Tag für Tag Bilder mit Excel. Er verbesserte sein Können von Jahr zu Jahr. Er konzentrierte sich ganz auf seine Aufgabe und ließ sich nicht von den großen Blendern wie Reichtum und Berühmtheit ablenken. Seine Kunst fiel auf, weil sie einzigartig war. Aus einer fixen Idee war gelebte Wirklichkeit geworden. Der Mann träumte nicht, sondern füllte sein 10-Jahres-Ziel mit Leben. In jedem Bild steckte Arbeit und Erfüllung. Das machte ihn glücklich.

Glück. Erfolg.

Die meisten Menschen können nicht einmal beantworten, was das für sie bedeutet. Sie wissen nur, das sie beides wollen. Weil es jeder will.

Es bleibt bei einer schwammigen Fantasie. Wenn du aber in die richtige Richtung willst, gibt es nur einen sicheren Weg: Finde Ziele, die du umsetzen kannst!

Ein Ziel unterscheidet sich klar von einer Fantasie:

„Ich möchte erfolgreich sein!“ Wie klingt das? Wie ein löchriger Schwamm, der nichts hält. Das ist Fantasie!

„Ich möchte den Etat von Kunde X gewinnen und damit Summe YZ verdienen!“ Wie klingt das? Wie eine feste Absicht. Wie ein unumstößlicher Fels. Das ist ein konkretes Ziel!

Merkst du den Unterschied? Erfolg ist nicht messbar. Dein Kontostand nach einem erfolgreichen Job schon. Glück ist nicht greifbar. Ein tolles Abendessen mit Freunden schon.

Fantasie und Träume sind nur solange gut, wie sie dich inspirieren! Als Anleitung zum Leben taugen sie nicht. Mit einem konkreten Ziel legst du dich fest. Auch wenn es keine Garantie auf Erfolg gibt, hast du etwas erreicht.

Schmeiß die großen Blender raus, die nur Fantasie sind. Auf Schwamm lässt sich nicht bauen, auf Fels schon!

Bevor du aber wild Ziele formulierst (Freunde treffen, ins Fitnessstudio gehen, Etat gewinnen usw.) solltest du dich entscheiden: Nimm dir nur ein Ziel vor und beginne!

Wenn du alle Ziele auf einmal in Angriff nimmst, bist du wieder ganz schnell bei den langen Listen. Viele kleine Kiesel sind zusammen auch kein Fels!

Du wirst sehen, wie viel mehr du schaffst, wenn du eine Felsschicht nach der anderen aufbaust. Am Ende des Jahres wirst du so viel erreicht haben, wie du es dir vorher nicht erträumen konntest.

Was wird dann alles in 10 Jahren möglich sein?

Der Mann aus der Geschichte erreichte weit vor Ablauf der 10 Jahre sein Ziel und malte viele vorzeigbare Bilder. Einige gewannen sogar Preise!

Er heißt Tatsuo Horiuchi. Es gibt ihn wirklich.

 

Auch Großes hat immer einen Anfang

Wir alle wollen das Große! Nichts verpassen. Das größte Stück vom Kuchen. Das ganz große Glück. Sooo menschlich.

Wie oft erwische ich mich dabei, schon fertig sein zu wollen, bevor ich überhaupt angefangen habe.

Es nützt aber nichts, das Ende eines Buches zu lesen, um sich Anfang und Mittelteil zu ersparen. Der Sinn geht verloren. Und der Spaß auch.

Dann besinne ich mich wieder und wende meine 5 Methoden an:

  1. Weniger Angst und Zeitdruck, mehr kreative Freiheit
  2. Weniger Erwartungen erfüllen, mehr Ecken und Kanten zeigen
  3. Weniger Mangel und Verzicht sehen, mehr Vorhandenes nutzen
  4. Weniger Perfektion, mehr Du-sein und Wachsen
  5. Weniger Blender und Träume, mehr konkrete Ziele erreichen

Diese 5 Erkenntnisse haben mir ermöglicht, meinen Tag sinnvoll zu nutzen. Ich bin konzentriert bei mir und meiner Arbeit. Seit ich weniger hektisch durch den Tag hetze, schaffe ich effektiver mehr als je zuvor.

Ich bin überzeugt, dass auch dein Weniger ein großartiges Mehr werden wird.

Deine Sonja
PS: Lebe das Leben, das du leben willst! Mit Gelassenheit. Und Spaaaß!

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